Donnerstag, 23. Februar 2017

Ein Haufen Geld für die Kunst!

Nachlese zum Bloggertag #WarenhausKunst

von Sarah Bauer 
 
Mit 500.000 Euro ins Museum – und dann kaufen, was geht? Das konnten einige ausgewählte Bloggerinnen und Blogger am vergangenen Wochenende bei unserer fiktiven Versteigerung bei der Veranstaltung #WarenhausKunst zur Ausstellung LET’S BUY IT! erleben. Weshalb Jim Dine für lange Gesichter sorgte, was an einem Feuerlöscher lustig ist und welchen Wert Kunst eigentlich hat, erfahrt ihr hier in unserem Nachbericht.

Opa Hausen ersteigert unechte Diamanten © Dirk Trachternach / Opa Hausen
 
Shop the pain away. Das ist doch gleich mal eine Ansage. Dirk Trachternach vom Maskottchen Opa Hausen legt direkt mit 10.000 Euro vor. „Es heißt ja schließlich LET’S BUY IT hier, da lassen wir uns mal nicht lumpen!“ Die anderen Teilnehmer studieren erst einmal ihren Kontostand. Mit solchen Werten handelt man schließlich nicht jeden Tag. Und überhaupt: so viel Geld für unechte Diamanten?

Elf Blogger, Instagramer, Zwitscherer und Facebooker haben sich eingefunden zur virtuellen Versteigerung von zehn Werken aus der Schau LET’S BUY IT! Jeder ausgestattet mit einem fiktiven Kontostand von 500.000 Euro. Es geht um die Fragen: Was ist Kunst eigentlich wert? Woher kommt dieser Wert? Ist es ein großer Name, eine ausgefallene Idee oder Schönheit, die begeistert?

Was ist Kunst wert? Was ist sie mir selbst wert? © LUDWIGGALERIE
 
„95.000 Euro für den One Dollar-Schein von Jim Dine!“, Kunsthistorikerin Linda Schmitze klopft mit dem Hammer auf ein kleines quadratisches Holzstück in ihrer anderen Hand. „Zum Ersten, zum Zweiten und … zum Dritten!“ Ebru Sen freut sich über den Zuschlag.
„Warum hast du darauf diese Summe geboten?“, will Linda Schmitz anschließend wissen.
„Es ist Pop Art. Bekannt. Außerdem lebt der Künstler noch“, erklärt Sen.

Linda Schmitz mit Auktionshammer © LUDWIGGALERIE

„Außerdem haben wir ja richtig viel Geld“, wirft Dirk Trachternach ein. Ja, auch das ist sicher ein Grund, weshalb Kunst hohe Preise erzielt: Einige Menschen haben dafür viel Geld übrig.
Dann erfährt die Gruppe, dass das Werk von Jim Dine „bloß“ einen dreistelligen Betrag wert ist. „Was? Ehrlich?“ Einige schlagen ihre Hände über dem Kopf zusammen. Ebru Sen lächelt etwas gequält. „Gut, dass das jetzt nicht dein echtes Geld war!“, ruft jemand belustigt aus dem Hintergrund.

Weiter geht es eine Etage höher beim Feuerlöscher von Laas Abendroth. Er ist beschriftet mit Im Brandfall bitte nicht auf meine Bilder richten. Danke! Laas. Hier bieten Viktoria und Katharina von Mesdames Pottpouri so lange, bis ihnen keiner mehr folgt. „Wir wollten das unbedingt haben, weil es so witzig ist. Originell“, sagt Viktoria fest. „Und wir haben ja vorhin auch schon ein anderes Werk von Laas Abendroth ersteigert“, fügt Katharina hinzu.
„Vielleicht würde man also auch Kunst kaufen, um einen ganz bestimmten Künstler zu sammeln“, merkt Linda Schmitz an. 

Nicht nur bieten, sondern auch fotografieren ist angesagt © LUDWIGGALERIE
 
In der letzten Etage könnten die Unterschiede nicht größer sein: Einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind vollkommen pleite, andere haben noch eine große Summe auf ihrem Konto. „Es gefällt einem ja auch einfach nicht alles“, findet Uta Sanders vom Blog Muschelmaus. „Egal, wie viel Geld man hätte, Kunst muss ja auch erst mal persönlich gefallen!“

Mit vielen Erfahrungen, Erkenntnissen und Fotos – aber natürlich ohne die echten Kunstwerke im Gepäck – geht es anschließend noch zu einer kleinen Kaffee-Runde, wo weiter über Geld, Werte, Kunst und Kultur diskutiert wird. Die bisherigen Eindrücke der Teilnehmerinnen und Teilnehmer findet ihr hier:

Blogbeitrag von Uta Sanders, Muschelmaus
Bericht und Bildergalerie von Dirk Trachternach, Opa Hausen 
Tweets und Instagram-Eindrücke von Hildegard Mihm, mmaecki 
Tweets und Instagram-Eindrücke von Danny Giessner, Wahlheimat Ruhr
Instagram-Eindrücke von Viktoria und Katharina, Mesdames Pottpouri
Instagram-Eindrücke von Claudia Schweppe, Pottstories

Wir bedanken uns bei allen, die da waren und hoffen auf ein baldiges Wiedersehen!

Die Ausstellung LET’S BUY IT! Kunst und Einkauf – Von Albrecht Dürer über Andy Warhol bis Gerhard Richter ist noch bis zum 14. Mai 2017 in der LUDWIGGALERIE zu sehen.

Mittwoch, 15. Februar 2017

Von Sackleinen zum Pinsel-Chor

Ein Einblick in das Interview mit Malschul-Mitbegründer Jürgen Hinnighofen

von Sarah Bauer 

Lackierte Kronen glänzen im Abendlicht, das durch die große Fensterfront der Panoramagalerie fällt. Ein Monster lugt mit zwei spitzen Zähnen grinsend hinter einem Rahmen hervor. Die vor Kreativität sprühende Ausstellung „GLÜCK:WUNSCH – 50 Jahre Malschule“ zieht aktuell viele große und kleine Besucherinnen und Besucher an. Zur Schau ist auch ein dickes, buntes Buch erschienen. Darin findet sich unter anderem ein Interview mit Malschul-Mitbegründer Jürgen Hinnighofen. Wir zeigen euch hier heute ein paar Ausschnitte aus dem Gespräch – mit aus Platzmangel nicht gedrucktem und bisher unveröffentlichtem Material.
 
rgen Hinninghofen während der Eröffnung der Ausstellung © LUDWIGGALERIE

Donnerstag, 9. Februar 2017

Der Sinn und Unsinn von Kunst

Interview mit Künstler Sven Piayda

von Sarah Bauer  

Geldscheine liegen auf dem Tisch. Das Fenster ist offen. Und dann – ein plötzlicher Windstoß! Schicksal? Eine Batterie klappt auf. Doch nicht alle wissen, was das soll. Sie sind zu jung. Die Videos von Sven Piayda in der Ausstellung LET’S BUY IT! spielen mit den Gedanken, Bildern und persönlichen Erinnerungen des Betrachters. Außerdem geht es irgendwie immer um Geld, selbst wenn es vollkommen unwichtig ist. Wir hatten Besuch vom Künstler und haben mit ihm über Energie, Gerhard Richter und seine Begegnung mit einer etwas pikierten Dame gesprochen.

Sven Piayda vor seinem Video "a sudden gust of wind" © LUDWIGGALERIE

Donnerstag, 26. Januar 2017

Achtung, freundliche Übernahme!


Making-of der Performance von Christin Lahr – Macht Geschenke

von Sarah Bauer  

Leise rollt die Sackkarre neben dem dröhnenden Verkehr auf der Mülheimer Straße entlang. Die orangefarbenen Gurte, die den schwarzen Schreibtischstuhl festhalten, leuchten im kühlen Schatten des Abends. Einige Spaziergänger drehen sich um, schauen verwundert, gehen weiter. Still und in einer freundlichen Übernahme hat Künstlerin Christin Lahr mit Assistentin Linda Schmitz den Stuhl von Oberbürgermeister Daniel Schranz entwendet. Jetzt wird das Möbelstück nicht nur museumsreif, sondern auch erst mal kräftig aufgewertet!

Freundliche Übernahme für "Macht Geschenke: Das Kapital" © LUDWIGGALERIE

Freitag, 20. Januar 2017

„Wenn er bei der Kunst klaut, klau ich es halt zurück!“

Humoristische Einblicke in den Umbau zu LET’S BUY IT! 

von Sarah Bauer  

Leise surrt der Akkuschrauber, bevor er auf die weiße Museumswand trifft und mit durchdringendem Schaben eine Schraube für die neu eingetroffene Kunst hineindreht. Während Comiczeichner Ulrich Schröder noch seinen großformatigen Donald Duck verpackt, wartet daneben schon ein Schaufenster mit kreischbunten Schuhen im Look der 70er Jahre. Gleich um die Ecke klebt Martin Gensheimer stundenlang Weihnachtsmänner auf und im Foyer stehen plötzlich Mühlenflügel und ein Kleid aus Holz.
 
Das kann Stunden dauern - Martin Gensheimer beim Aufbau © LUDWIGGALERIE