Donnerstag, 20. Oktober 2016

Signieren bis der Mond scheint


Don Rosa begeistert Fans in der LUDWIGGALERIE

Er schiebt die runde Brille auf seiner Nase zurecht und grinst schief in die Menschenmenge. Hätte er nun noch Federn am Kinn, könnte man fast meinen, Dagobert Duck in Person stünde vor einem. Aber es ist sein aktueller Zeichner: Don Rosa! Dessen Signierstunde in der LUDWIGGALERIE entern an diesem Nachmittag rund 600 Fans. Einige warten seit dem Vormittag auf den großen Moment. Da kann die Nervosität einem auch schon mal einen Streich spielen.

Don Rosa in seinem Element © LUDWIGGALERIE
  
Fans verehren Don Rosa fast so wie seinen berühmten Vorgänger und Dagobert-Erfinder Carl Barks. 20 Jahre nach dessen Pensionierung ließ der Amerikaner die Geschichten um Entenhausen neu aufleben. Seine Signierstunde im Rahmen der Ausstellung ENTENHAUSEN >>>> OBERHAUSEN am 19. Oktober 2016 im Schloss hat sich dabei bis ins Nachbarland herumgesprochen. 

„Ich bin seit zwei Jahren Fan von Don Rosa. Das Buch über die Lebensgeschichte von Dagobert hat mich für ihn begeistert! Wir sind heute aus den Niederlanden gekommen, zwei Stunden gefahren und haben dann noch eine Stunde gewartet“, erzählt Rik, während er stolz die nun unterschriebene Enten-Biographie und ein Plakat unter seinen Arm schiebt. „Eigentlich wollten wir ihn am Samstag in Belgien sehen. Aber da konnten wir nicht. Deshalb haben wir uns spontan vor drei Tagen für Oberhausen entschieden und sind froh, dass wir das gemacht haben.“

Rik ist extra aus den Niederlanden hergekommen © LUDWIGGALERIE

Don Rosa nimmt sich Zeit für seine Fans. Sie seien ihm das Wichtigste, macht er gleich zu Anfang deutlich. Es gibt Unterschriften mit Widmung, kurze Unterhaltungen, einen Händedruck und – für alle, die früh genug da waren – auch ein gemeinsames Foto mit dem Zeichner. In grünem Hemd, Jeans und Turnschuhen sitzt er ohne Eile neben der großen Schreibtischlampe und wirft seine kunstvolle Signatur auf Buchdeckel, Poster und Postkarten. Kinder und Erwachsene in der Schlange grinsen gleichermaßen vor Freude, je näher sie dem Tisch kommen.

Immer von Handys und Kameras umlagert © LUDWIGGALERIE

„Ich war schon als Kind Fan von Entenhausen. Insgesamt habe ich jetzt drei Stunden gewartet aber das ist kein Problem“, berichtet Stephan, der gleich neben dem Schloss wohnt und deshalb keine lange Anfahrt in Kauf nehmen musste. „Ich finde, Don Rosa ist wirklich sehr sympathisch und man merkt, dass er noch nicht voll und ganz auf Kommerz abfährt, wie andere Künstler.“

Schweißtreibend wird es, als die Geschwister Sabine und Andy an der Reihe sind. Sabine hat dem Zeichner nämlich aus Versehen das Buch ihres Bruders vorgelegt, in dem jetzt „For Sabine“ verewigt ist. „I’m sorry, I’m so nervous!“, stammelt Sabine aufgeregt und dennoch voller Begeisterung. Für Don Rosa ist das kein Problem. Pragmatisch streicht er Sabines Namen durch und ergänzt es mit einem schelmischen „Oops! I mean Andy!“ Der Künstler hat die Lacher auf seiner Seite.

Nervöse Sabine? Kein Problem für Don Rosa! © LUDWIGGALERIE

Nicht zuletzt taucht Manager und Comicladen-Inhaber Stefan Brenner hinter einem Berg aus Kisten auf. „Hier ist heute so viel los wie normalerweise auf einer Comic Convention! Es ist wirklich extrem voll“, resümiert er. „Es ist aber auch eine tolle Ausstellung, obwohl ich es noch nicht mal geschafft habe, sie mir heute richtig anzusehen bei dem Trubel!“

Damit wirklich jeder Fan eine Signatur bekommt, macht Don Rosa Überstunden und malt im Anschluss sogar noch eine Widmung in das Gästebuch der LUDWIGGALERIE. Als der Zeichner schließlich die letzte Kappe auf eine Reihe von Filzstiften schraubt, ist es draußen schon lange dunkel.

Kommentare:

  1. Hallo Huwey,
    klasse, dass es dir gefallen hat! Wenn du Lust hast, kannst du uns ja deine Unterschriften von Don Rosa mal als Handyfoto schicken (sarah.bauer@oberhausen.de).
    Viele Grüße,
    Sarah

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