Donnerstag, 15. Dezember 2016

Mit Geld werfen und richtig feiern!

Konsum, Fotografie und Cartoons in der LUDWIGGALERIE 2017

von Sarah Bauer  

„Ich kann keine Kunst mehr sehen!“ In großen Lettern prangt dieser Satz auf dem Schild, das einem Mann um den Hals hängt. An seinem Arm eine gelbe Binde mit drei schwarzen Punkten, in der Hand einen Stock, auf der Nase eine Sonnenbrille. Was ist los mit dem Kunstmarkt? War der schon immer so verrückt? Ist Kunst nun für alle da oder doch nur Luxusware? Dollarscheine fliegen, Gucci-Tüten stapeln sich und Dürer ist auch nur geklaut. Willkommen im Ausstellungsjahr 2017 der LUDWIGGALERIE!

Einkaufstaschen von Luxusmarken
Sylvie Fleury, Insolence, 2007 © Sylvie Fleury Courtesy the artist and Sprüth Magers



Los geht es am 22. Januar mit der großen Themenschau LET’S BUY IT!. Sie zeigt die Zusammenhänge von Kunst und Einkauf, entlarvt Original und Fälschung, pustet Spekulationsblasen in den Ausstellungsraum und beobachtet Menschen ungeniert beim Shoppen. Doch nicht nur schön und schmuckvoll, sondern vor allem auch mit kritischen Positionen zum explodierenden Kunstmarkt und allgemeinen Konsumverhalten.
Vertreten sind in dieser Gruppenausstellung über 80 verschiedene Künstler von Andy Warhol über Albrecht Dürer (nicht nur in Kopie!) und Gerhard Richter bis hin zu regionalen Akteuren. Wer die Ausstellungen HAIR! Das Haar in der Kunst 2013 oder Zu[m] Tisch! 2010 gesehen hat, bekommt eine Vorstellung, was LET’S BUY IT! für eine Bandbreite an Werken und Einblicken liefern wird. Rund sechs Jahrhunderte vom Kupferstich bis zur Videoinstallation laden ein zum Nachdenken, Kopfschütteln und Entdecken.
Am Sonntag, 19. Februar, veranstaltet die LUDWIGGALERIE einen Bloggertag zur Ausstellung!

Sophia Loren
Sophia Loren, Los Angeles, 1960 © Sam Shaw Inc. - www.shawfamilyarchives

Anfang Mai hält dann einer der großen Bildfinder des 20. Jahrhunderts Einzug in die Galerie: Sam Shaw kommt. Eine Empfehlung für alle Fans von Fotografie! Der New Yorker Künstler hielt einst Marilyns fliegenden Plisseerock oder eine kaum merklich lasziv lächelnde Sophia Loren fest. Die LUDWIGGALERIE zeigt ab 12. Mai 60 Jahre seines Schaffens als Retrospektive und bringt Hollywoodglanz nach Oberhausen.

Im Herbst wird es dann noch einmal richtig bunt und der im Schloss inzwischen traditionsreiche Comic lebt wieder auf: Der optimistische Pessimist Guillermo Mordillo verzaubert mit fliegenden Herzen, tiefblauen Himmelszelten und traurig-fröhlichen Wimmelbildern nicht nur Kinder. 

Zeichnung von Mordillo
Mordillo © Mordillo Foundation

Wer sich in den Kosmos der wortlosen Knollennasen entführen lassen möchte, sollte sich schnell in eine orangefarbene abenteuerliche Propellermaschine setzen oder ein schwebendes rotes Herz ergreifen und ab 24. September ins Schloss kommen. Erstmals seit 25 Jahren wird in einem deutschen Museum wieder eine umfangreiche Präsentation seines wohlgehüteten Werks zu sehen sein.

Richtig gefeiert wird übrigens Anfang des Jahres parallel im Kleinen Schloss. Bereits ab dem 15. Januar hebt die Ausstellung GLÜCK UND WUNSCH das 50-jährige Jubiläum der Städtischen Malschule Oberhausen hervor. Quietschpinke Donuts, Schornsteinfegerfrauen und ein umfangreiches Programm für Kinder, Jugendliche, Schulen und Kindergärten würdigen poppig-fröhlich fünf Jahrzehnte voller Kreativität und Entfaltung.

Süßigkeiten, Gruppenarbeit © Malschule Oberhausen

Ab dem 12. März streut dann der Arbeitskreis Oberhausener Künstler mit SHOP! Wie es uns gefällt in Anlehnung an LET’S BUY IT! verschiedenste Werke auf das Spannungsfeld von Kunst und Kunstvermarktung, Konsum und Kommerz. Bis am 25. Juni der Kunstverein Andrea Küster und ihr Werk vorstellt.
Natürlich ist auch das Lesecafé im kommenden Jahr wieder geöffnet. Für alle, die mal einen Moment lang keine Kunst mehr sehen können.

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