Montag, 3. April 2017

Wir hatten nichts Besseres zu tun! Ein Ausstellungsrundgang mit LAAS ABENDROTH



Autorin: Linda Schmitz


Wenn man dem Mülheimer Künstler Laas Abendroth eine Email über seine offizielle Homepage schreibt, dann steht in der Betreffzeile automatisch „Ich habe nichts Besseres zu tun“. Und genau diese Form des Humors ist es, die den Teilnehmerinnen von Schüler führen Schüler so gefällt. (Zur Beschreibung des Projekts "Schüler führen Schüler siehe Blogeintrag vom 27.3.2017)
Die Kunst von Laas Abendroth ist schwer in Worte zu fassen – findet er doch schon selbst die besten Worte innerhalb seiner Kunstwerke. Im gemeinsamen Rundgang mit ihm durch die Ausstellung Let’s buy it! ermöglichen seine Aussagen auch viel Gesprächsraum für uns Betrachter.



Laas Abendroth und die Teilnehmerinnen von "Schüler führen Schüler" beim gemeinsamen Rundgang durch die Ausstellung "Let's buy it" © LUDWIGGALERIE
Sie können auch mal was tun für mein Geld von Laas Abendroth © Laas Abendroth
Immer wieder trifft man in Abendroths Oeuvre auf Leinwände, Keilrahmenfragmente und Leinwandbausätze. Das in der Ausstellung eingangs präsentierte Werk „Sie können auch mal was tun für mein Geld“ ist genau so ein Bausatz. „Mich hat das von Anfang an an Ikea erinnert“, meint Ina. Laas nimmt dieses Werk zum Anlass um seine Herangehensweise zu erklären. Er setzt seine Leinwände immer selbst zusammen und bespannt sie danach. „Das hat für mich sowas beruhigendes. Ich mache das mittlerweile quasi automatisch und man muss nicht so viel darüber nachdenken und wenn man damit fertig ist hat man schon was in der Hand. Es ist also ein guter Start in den Arbeitsprozess.“

Laas Abendroth und die Teilnehmerinnen von Schüler führen Schüler im Gespräch über "den Feuerlöscher" © LUDWIGGALERIE
„Bitte im Brandfall nicht auf meine  Bilder richten! Danke, Laas“ steht auf einem weißen Zettel, der auf einen Feuerlöscher geklebt wurde. Der Feuerlöscher gehört im übrigen gar nicht Laas, sondern der LUDWIGGALERIE J „Manchmal wird der Feuerlöscher falsch verstanden. Denn eigentlich ist das unter Künstlern so, verbrannt ist wie verkauft. Wenn etwas verbrennt zahlt ja die Versicherung. Also eigentlich gut für einen Künstler. Aber ich mag meine Sachen! Sie sollen nicht verbrennen! Trotzdem muss Kunst wieder weniger werden (zeigt auf sein Kunstwerk Kunst muss wieder weniger werden) also vor allem meine Kunst, aber natürlich durch Verkauf J
Dieses Kunstwerk gehört zu den Lieblingsobjekten der Teilnehmerinnen von Schüler führen Schüler © Laas Abendroth
„Der Feuerlöscher ist unser Liebling“, sagt Iliana. „Wir kamen bei unserem ersten Besuch in die zweite Etage und da stand dieser Feuerlöscher – ich hab nur draufgeguckt und wusste sofort: Das ist von Laas!“ Die Schülerin beschreibt das Phänomen sehr treffend. Laas Abendroths Aussagen haben einen enormen Wiedererkennungswert und bleiben dabei doch unvorhersehbar. Und sie ziehen sich tatsächlich durch die gesamte Ausstellung! Sein Werk Geld auf Leinwand befindet sich daher, sehr treffend, neben dem millionenschweren Gemälde Mutter und Tochter von Gerhard Richter.
Abschluss des gemeinsamen Rundgangs vor "Das lasse ich mir von einem Kurator nicht denken" © LUDWIGGALERIE



Zunächst bleiben wir aber vor einer anderen Arbeit stehen Das lasse ich mir von einem Kurator nicht denken. Laas berichtet von dem Phänomen der Überinterpretation. So mancher Künstler hat wohl schon erlebt, dass Kunsthistoriker sich mit den Deutungen überschlagen. Aber das ist ja auch das Schöne an der Kunst – sie eröffnet Raum zum Denken. Was richtig und was falsch oder was gar Intention ist, kann und muss dabei auch nicht unbedingt ausfindig gemacht werden. Sophie verweist auf eine Frage, die wir wohl alle schon einmal vom Lehrer gehört haben „Und was hat sich der Künstler dabei gedacht?“. Gut dass wir Laas dabei haben, dann können wir den Künstler mal persönlich fragen!


Liebe Grüße an alle Leser und bis bald,


Linda

Montag, 27. März 2017

Museum macht Schule


Autorin: Linda Schmitz


Seit Anfang Februar freue ich mich immer auf Donnerstag! Ja, natürlich wegen Germanys Next Topmodel aber erst mal wegen des Projekts "Schüler führen Schüler".
Die Teilnehmerinnen des Projekts "Schüler führen Schüler" auf Kunstshoppingtour in der Ausstellung "Let's buy it" © LUDWIGGALERIE
Mit diesem Blogbeitrag möchte ich euch heute einen persönlichen Einblick in meine museumspädagogische Arbeit in der LUDWIGGALERIE geben. Jeden Donnerstag um 14.00 Uhr (nicht zu verwechseln mit "Jeden Freitag um 13.30 Uhr" - das ist ein anderes Projekt :) siehe Blogbeitrag vom 17.3.2017) also, jeden Donnerstag um 14.00 Uhr kommen Ina, Anais, Jessica, Iliana, Sarah, Katharina und Sophie zu uns in Schloss. Die Schülerinnen des Elsä-Brändström-Gymnasiums erarbeiten gemeinsam einen Rundgang durch die Ausstellung "Let's buy it!" Im Mai werden sie dann Kinder und Jugendliche durch die Ausstellung führen und mit ihnen über die Kunstwerke sprechen. Aber jetzt erst mal zurück auf Anfang!
Vor dem Gemälde Aldi von Axel Brandt © LUDWIGGALERIE
"Also wir fangen mit dem Früchtestillleben an!", sagt Sarah. "Hallo?! Willst du, dass die uns direkt am Anfang wegpennen? Nein nein, wir fangen mal schön mit der Alditüte an!" Sarah und Katharina werden gemeinsam mit Iliana eine Gruppe von Kindern führen. Sie diskutieren, wo sie am besten beginnen können. Da die Alditüte von Axel Brandt das Lieblingsbild aller Teilnehmer (außer eben von Sarah) ist, fängt die Gruppe genau mit diesem monumentalen Gemälde an. "Und wie können wir jetzt einsteigen? Was könntet ihr fragen, um eure Besucher für das Kunstwerk zu interessieren?" frage ich die Schülerinnen. "Was ist das? Oder was sieht man hier?", schlägt Iliana vor. "Man erkennt ja nicht sofort, dass es eine Alditüte ist, aber wegen der Farben und dem bisschen Schrift natürlich schon." Gemeinsam sprechen wir über das Kunstwerk. Ergründen warum es den Mädels so gut gefällt, beschreiben die Herangehensweise des Künstlers und klären in welchem Bezug es zu der Ausstellung steht bzw. warum es hier hängt. Über diese Punkte sprechen wir vor allen Kunstwerken, die die Schülerinnen innerhalb der letzten Wochen ausgesucht haben.

Hier folgt ein interessierter Blick auf Bauhaus Receipt No. 281 von Ruben Aubrecht © LUDWIGGALERIE
Ich seh nur Karos! Vor Container von Axel Brandt © LUDWIGGALERIE
Die Schülerinnen sind zunächst alleine durch die Ausstellung gegangen und haben sich notiert, was sie interessant finden und welche Fragen sich ergeben. Im Anschluss sind wir gemeinsam durch das Museum gegangen, haben alles zusammen besprochen und Werke ausgewählt, die sich besonders gut für eine Kunstvermittlung mit Kindern und Jugendlichen eignen.
Mutter und Tochter von Gerhard Richter darf bei keinem Rundgang fehlen! © LUDWIGGALERIE
Inzwischen stehen wir vor Mutter und Tochter von Gerhard Richter. Wie können wir hier das Gespräch über das Kunstwerk eröffnen? Welche Fakten und welches Wissen ist wirklich interessant? Was muss unbedingt gesagt werden? Mittlerweile sind wir 90 Minuten im Gespräch über die Kunst und langsam rauchen die Köpfe. "Kaffepause?" fragt Jessica. Na klar, bei den ersten Sonnenstrahlen im Innenhof lässt sich das bisher Gesehene doch besonders gut reflektieren. Wir besorgen uns im Lesecafé einen Latte Macchiato und setzen uns in den Innenhof. So ein halber Schultag im Museum kann doch ganz entspannt sein :)


Führungen von Anais, Iliana, Katharina, Jessica, Sophie und Sarah können unter (0208) 41249 28 gebucht werden. Folgende Daten stehen zur Verfügung: 2.5., 4.5.,9.5. und 11.5.


Bis die Tage und liebe Grüße,


Linda

Freitag, 17. März 2017

LUDWIGCHARTS - liken, präsentieren, kleben

Autorin: Linda Schmitz


Freitag, 13.30 Uhr – los geht’s mit dem Kulturtaxi von der Hauptschule Alstaden ins Schloss Oberhausen. Simone, Elora und Sarah sitzen während der Fahrt nebeneinander. Sie sind drei von insgesamt sieben Jugendlichen, die bei den LUDWIGCHARTS mitmachen. Es ist bereits der siebte Freitag in Folge, an dem die SchülerInnen für das Projekt in die LUDWIGGALERIE fahren. 



Im Lesecafé wartet neben einem Mittagssnack auch schon das Projektteam; bestehend aus Ulla, Sabine, Eva, Linda, Kevin, Axel und Barbara. Sie nehmen die Jugendlichen in Empfang und versorgen alle mit Cappuccino, Orangina und Cola. Das gemeinsame Mittagessen ist jede Woche ein wichtiger Start. Hier werden aktuelle Befindlichkeiten ausgetauscht, das Eis gebrochen und das bevorstehende Wochenende eingeläutet.


Kevin mit Kamera © LUDWIGGALERIE
Dass Kevin Casper einen Großteil der Gespräche mit seiner Kamera festhält ist für viele Teilnehmer zu Beginn gewöhnungsbedürftig. Mittlerweile haben sich alle daran gewöhnt, dass nicht nur Kevin sondern auch Eva Depenbrock mit der Kamera unterwegs ist. Auch Simone findet Gefallen an der Kamera und filmt, was ihr unter die Linse kommt. „HAHA, ich hab dich richtig nah rangezoomt! Das Bild ist cool – man kann das total scharf stellen.“ Auch das gehört mit zum Projekt – Kameras ausprobieren, gegenseitiges Filmen, die eigene Wahrnehmung schulen.
Und Simone mit Kamera © LUDWIGGALERIE



Der wichtigste Punkt des Tages folgt jedoch erst gleich gegenüber in der Ausstellung Let’s buy it. Hier haben die SchülerInnen gemeinsam die Ausstellung besichtigt und aus allen Werken ihre 10 Lieblingsbilder – die TOP TEN ausgesucht. Ihre Aufgabe wird es sein als PEERTEAMER Gleichaltrigen, aber auch Grundschülern diese zehn Lieblingsbilder vorzustellen. Zu jedem der Kunstwerke wird es Sticker geben, die dann jeder Besucher der LUDWIGCHARTS auf einer Sammelkarte einkleben darf.
Shop the Pain Away von Katharina Arndt wird hier manuell von Elora und Simone geliked © LUDWIGGALERIE
Aber auch Darius und Leon können sich mit dem Kunstwerk anfreunden: Gehört in die TOP TEN! © LUDWIGGALERIE 

Zunächst aber steht für heute das Körpertraining an!
„HA!“ schreit Barabara, „HA!“ schreien alle im Kreis zurück. Es geht weiter mit „Iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii!“ „NÄ!“ und „Bah!“ Mit vielen kleinen Sprechübungen werden Stimmwirkung und unterschiedliche Betonungen ausprobiert. Aber nicht nur die Stimme wird geschult sondern auch, wie man standfest wird und sein Lieblingskunstwerk bestmöglich präsentiert. „Und worauf müsst ihr jetzt achten?“, frage ich die Jugendlichen abschließend. „Wichtig ist vor allem aufrecht zu stehen und seine Arme nicht abwehrend vorm Körper zu verschränken“, erklärt Melissa.


Körpertraining mit Barbara © LUDWIGGALERIE


Auf Twitter zeigen wir euch dann in der nächsten Woche wie es aussieht, wenn man Zungenbrecher mit Korken bzw. Waffelröllchen im Mund spricht J

Außerdem: Körperhaltungs no-gos!




Die Fakten:

Mit ihrer Idee der LUDWIGCHARTS sicherten sich die Projektleiterinnen Ursula Bendorf-Depenbrock und Sabine Falkenbach noch bis Ende 2017 die volle Förderung durch Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Der Deutsche Museumsbund fördert die LUDWIGCHARTS seit 2013 im Rahmen des Programms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Zum Projektteam gehören: Ursula Bendorf-Depenbrock, Sabine Falkenbach, Eva Depenbrock, Kevin Casper, Barbara Grubenbecher, Axel Scherer und Linda Schmitz.


Am 31. März führen die PEERTEAMER durch ihre TOP TEN und wir eröffnen die LUDWIGCHARTS Ausstellung feierlich in der Artothek. Wer reinschauen mag - jeder Gast ist herzlich willkommen! Am 1. und 2. April stehen die Türen der Artothek ebenfalls für jeden Besucher offen! Hier können dann Porträtfotografien der Teilnehmer sowie eine fotografische und filmische Dokumentation des Projekts betrachtet werden. Und das wichtigste: Die TOP TEN-Sticker dürfen auf Sammelkarten geklebt werden :)

 


Liebe Grüße an alle Leser,


Linda

Mittwoch, 15. März 2017

Shoppingtour Teil 1



von Linda Schmitz

Shop – wie es uns gefällt!
Vom 12. März-18. Juni im kleinen Schloss der LUDWIGGALERIE
Dr. Christine Vogt eröffnet die Ausstellung © LUDWIGGALERIE
Kaufen, kaufen, kaufen – dieses Thema beschäftigt die Kunstwelt in allen Epochen. Und natürlich beschäftigen sich auch die Künstler des Arbeitskreises Oberhausener Künstler ebenfalls gerne mit diesem Thema, leben wir doch in der Stadt mit dem größten Konsumtempel Europas!
Die Oberhausener Künstler stellen das Thema „Einkaufen“ mit einer facettenreichen Ausstellung dar, die seit Sonntag im kleinen Schloss der LUDWIGGALERIE zu sehen ist.



Sehr sehr kleine Männchen tummeln sich unter grell lackierten Überraschungseierfigürchen und verlieren sich beinahe zwischen all den bunten Nähspulen und Nähgarnrollen. In diesem Kunstwerk von Judith Pasquale und Rosemarie Pott wird ein Phänomen anschaulich, dem wir uns alle schon mal ausgesetzt gefühlt haben: ÜBERFLUSS! Viel zu viel Auswahl! Was soll ich zuerst kaufen??
Lost in Shopping Paradise, Judith Pasquale u. Rosemarie Pott, © LUDWIGGALERIE

Es ist aber nicht nur die Sorge des Kaufens, von der wir regelmäßig geplagt werden sondern auch die Frage nach den Bedingungen unter denen die Objekte unserer Begierde hergestellt werden. Die gläsernen Schuhe aus dem Kunstwerk von Helga Hütten stehen hier nicht für Aschenputtel parat. Sie sind aus vielen scharfkantigen Glasscherben gefertigt und befinden sich unter einem von Hand gehäkelten Kleid aus Draht. Kleid und Schuhe verweisen mit dem Titel „Kinderarbeit“ auf grausame Lebensbedingungen, die unser Konsumverhalten und die Warenproduktion hinterfragen.




Kinderarbeit, Helga Hütten, © LUDWIGGALERIE
Konsum und Ware lässt sich auch leise, nahezu poetisch thematisieren, was der Blick auf den Raum der Stille von Karl Joliet erahnen lässt. Hier finden gestresste Shopper einen Ort des Rückzuges und der Besinnung nach all zu vielen bunten Eindrücken. Direkt daneben entschwebt ein illuminierter Engel gen Himmel. Diese grazile Papierarbeit von Simone Kamm setzt sich mit der Wa(h)re Weiblichkeit auseinander. 
v.l.n.r. Raum der Stille von Karl Joliet, Wa(h)re Weiblichkeit von Simone Kamm, Ladenhüter von Dorothea Schaller und Hülle und Fülle von Ulrike Kösters © LUDWIGGALERIE



Und jetzt zum Abschluss ein Tipp für alle Shoppingqueens und Konsumliebhaber: In dieser Ausstellung  darf gekauft werden! Ihr seid alle herzlich eingeladen um vor der „Bückware“ niederzuknien und die Regale zu durchstöbern.
Das Regal im XXL-Format in Bodennähe lädt Besucher zum Kunstschnäppchen ein! © LUDWIGGALERIE
Diese umfassende Gemeinschaftsarbeit erstreckt sich über die gesamte Länge der Panoramagalerie und ist an Vielfalt in Form, Farbe und Material kaum zu übertreffen. Ich habe mir schon meine eigene kleine Wundertüte von Michaela Best gesichert denn, wie das so ist mit limitierten Auflagen, alles ist nur so lange verfügbar wie der Vorrat hält!
Der Verkauf findet übrigens immer bei Aktionen in der Ausstellung statt und läuft über die Künstler persönlich.
Die Oberhausener Künstler lassen uns mit dieser Ausstellung schmunzeln, staunen, entdecken und eröffnen Diskussionsraum – in jedem Fall sehenswert! Für alle Fans digitaler Shoppingtouren: es wird ein zweiter Teil über die Ausstellung folgen.
Im übrigen bloggt ab jetzt regelmäßig: Linda :) herzliche Grüße an alle Leser!

Donnerstag, 23. Februar 2017

Ein Haufen Geld für die Kunst!

Nachlese zum Bloggertag #WarenhausKunst

von Sarah Bauer 
 
Mit 500.000 Euro ins Museum – und dann kaufen, was geht? Das konnten einige ausgewählte Bloggerinnen und Blogger am vergangenen Wochenende bei unserer fiktiven Versteigerung bei der Veranstaltung #WarenhausKunst zur Ausstellung LET’S BUY IT! erleben. Weshalb Jim Dine für lange Gesichter sorgte, was an einem Feuerlöscher lustig ist und welchen Wert Kunst eigentlich hat, erfahrt ihr hier in unserem Nachbericht.

Opa Hausen ersteigert unechte Diamanten © Dirk Trachternach / Opa Hausen
 
Shop the pain away. Das ist doch gleich mal eine Ansage. Dirk Trachternach vom Maskottchen Opa Hausen legt direkt mit 10.000 Euro vor. „Es heißt ja schließlich LET’S BUY IT hier, da lassen wir uns mal nicht lumpen!“ Die anderen Teilnehmer studieren erst einmal ihren Kontostand. Mit solchen Werten handelt man schließlich nicht jeden Tag. Und überhaupt: so viel Geld für unechte Diamanten?

Elf Blogger, Instagramer, Zwitscherer und Facebooker haben sich eingefunden zur virtuellen Versteigerung von zehn Werken aus der Schau LET’S BUY IT! Jeder ausgestattet mit einem fiktiven Kontostand von 500.000 Euro. Es geht um die Fragen: Was ist Kunst eigentlich wert? Woher kommt dieser Wert? Ist es ein großer Name, eine ausgefallene Idee oder Schönheit, die begeistert?

Was ist Kunst wert? Was ist sie mir selbst wert? © LUDWIGGALERIE
 
„95.000 Euro für den One Dollar-Schein von Jim Dine!“, Kunsthistorikerin Linda Schmitze klopft mit dem Hammer auf ein kleines quadratisches Holzstück in ihrer anderen Hand. „Zum Ersten, zum Zweiten und … zum Dritten!“ Ebru Sen freut sich über den Zuschlag.
„Warum hast du darauf diese Summe geboten?“, will Linda Schmitz anschließend wissen.
„Es ist Pop Art. Bekannt. Außerdem lebt der Künstler noch“, erklärt Sen.

Linda Schmitz mit Auktionshammer © LUDWIGGALERIE

„Außerdem haben wir ja richtig viel Geld“, wirft Dirk Trachternach ein. Ja, auch das ist sicher ein Grund, weshalb Kunst hohe Preise erzielt: Einige Menschen haben dafür viel Geld übrig.
Dann erfährt die Gruppe, dass das Werk von Jim Dine „bloß“ einen dreistelligen Betrag wert ist. „Was? Ehrlich?“ Einige schlagen ihre Hände über dem Kopf zusammen. Ebru Sen lächelt etwas gequält. „Gut, dass das jetzt nicht dein echtes Geld war!“, ruft jemand belustigt aus dem Hintergrund.

Weiter geht es eine Etage höher beim Feuerlöscher von Laas Abendroth. Er ist beschriftet mit Im Brandfall bitte nicht auf meine Bilder richten. Danke! Laas. Hier bieten Viktoria und Katharina von Mesdames Pottpouri so lange, bis ihnen keiner mehr folgt. „Wir wollten das unbedingt haben, weil es so witzig ist. Originell“, sagt Viktoria fest. „Und wir haben ja vorhin auch schon ein anderes Werk von Laas Abendroth ersteigert“, fügt Katharina hinzu.
„Vielleicht würde man also auch Kunst kaufen, um einen ganz bestimmten Künstler zu sammeln“, merkt Linda Schmitz an. 

Nicht nur bieten, sondern auch fotografieren ist angesagt © LUDWIGGALERIE
 
In der letzten Etage könnten die Unterschiede nicht größer sein: Einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind vollkommen pleite, andere haben noch eine große Summe auf ihrem Konto. „Es gefällt einem ja auch einfach nicht alles“, findet Uta Sanders vom Blog Muschelmaus. „Egal, wie viel Geld man hätte, Kunst muss ja auch erst mal persönlich gefallen!“

Mit vielen Erfahrungen, Erkenntnissen und Fotos – aber natürlich ohne die echten Kunstwerke im Gepäck – geht es anschließend noch zu einer kleinen Kaffee-Runde, wo weiter über Geld, Werte, Kunst und Kultur diskutiert wird. Die bisherigen Eindrücke der Teilnehmerinnen und Teilnehmer findet ihr hier:

Blogbeitrag von Uta Sanders, Muschelmaus
Bericht und Bildergalerie von Dirk Trachternach, Opa Hausen 
Tweets und Instagram-Eindrücke von Hildegard Mihm, mmaecki 
Tweets und Instagram-Eindrücke von Danny Giessner, Wahlheimat Ruhr
Instagram-Eindrücke von Viktoria und Katharina, Mesdames Pottpouri
Instagram-Eindrücke von Claudia Schweppe, Pottstories

Wir bedanken uns bei allen, die da waren und hoffen auf ein baldiges Wiedersehen!

Die Ausstellung LET’S BUY IT! Kunst und Einkauf – Von Albrecht Dürer über Andy Warhol bis Gerhard Richter ist noch bis zum 14. Mai 2017 in der LUDWIGGALERIE zu sehen.

Mittwoch, 15. Februar 2017

Von Sackleinen zum Pinsel-Chor

Ein Einblick in das Interview mit Malschul-Mitbegründer Jürgen Hinnighofen

von Sarah Bauer 

Lackierte Kronen glänzen im Abendlicht, das durch die große Fensterfront der Panoramagalerie fällt. Ein Monster lugt mit zwei spitzen Zähnen grinsend hinter einem Rahmen hervor. Die vor Kreativität sprühende Ausstellung „GLÜCK:WUNSCH – 50 Jahre Malschule“ zieht aktuell viele große und kleine Besucherinnen und Besucher an. Zur Schau ist auch ein dickes, buntes Buch erschienen. Darin findet sich unter anderem ein Interview mit Malschul-Mitbegründer Jürgen Hinnighofen. Wir zeigen euch hier heute ein paar Ausschnitte aus dem Gespräch – mit aus Platzmangel nicht gedrucktem und bisher unveröffentlichtem Material.
 
rgen Hinninghofen während der Eröffnung der Ausstellung © LUDWIGGALERIE

Donnerstag, 9. Februar 2017

Der Sinn und Unsinn von Kunst

Interview mit Künstler Sven Piayda

von Sarah Bauer  

Geldscheine liegen auf dem Tisch. Das Fenster ist offen. Und dann – ein plötzlicher Windstoß! Schicksal? Eine Batterie klappt auf. Doch nicht alle wissen, was das soll. Sie sind zu jung. Die Videos von Sven Piayda in der Ausstellung LET’S BUY IT! spielen mit den Gedanken, Bildern und persönlichen Erinnerungen des Betrachters. Außerdem geht es irgendwie immer um Geld, selbst wenn es vollkommen unwichtig ist. Wir hatten Besuch vom Künstler und haben mit ihm über Energie, Gerhard Richter und seine Begegnung mit einer etwas pikierten Dame gesprochen.

Sven Piayda vor seinem Video "a sudden gust of wind" © LUDWIGGALERIE

Donnerstag, 26. Januar 2017

Achtung, freundliche Übernahme!


Making-of der Performance von Christin Lahr – Macht Geschenke

von Sarah Bauer  

Leise rollt die Sackkarre neben dem dröhnenden Verkehr auf der Mülheimer Straße entlang. Die orangefarbenen Gurte, die den schwarzen Schreibtischstuhl festhalten, leuchten im kühlen Schatten des Abends. Einige Spaziergänger drehen sich um, schauen verwundert, gehen weiter. Still und in einer freundlichen Übernahme hat Künstlerin Christin Lahr mit Assistentin Linda Schmitz den Stuhl von Oberbürgermeister Daniel Schranz entwendet. Jetzt wird das Möbelstück nicht nur museumsreif, sondern auch erst mal kräftig aufgewertet!

Freundliche Übernahme für "Macht Geschenke: Das Kapital" © LUDWIGGALERIE

Freitag, 20. Januar 2017

„Wenn er bei der Kunst klaut, klau ich es halt zurück!“

Humoristische Einblicke in den Umbau zu LET’S BUY IT! 

von Sarah Bauer  

Leise surrt der Akkuschrauber, bevor er auf die weiße Museumswand trifft und mit durchdringendem Schaben eine Schraube für die neu eingetroffene Kunst hineindreht. Während Comiczeichner Ulrich Schröder noch seinen großformatigen Donald Duck verpackt, wartet daneben schon ein Schaufenster mit kreischbunten Schuhen im Look der 70er Jahre. Gleich um die Ecke klebt Martin Gensheimer stundenlang Weihnachtsmänner auf und im Foyer stehen plötzlich Mühlenflügel und ein Kleid aus Holz.
 
Das kann Stunden dauern - Martin Gensheimer beim Aufbau © LUDWIGGALERIE


Dienstag, 3. Januar 2017

Vorfreude ist die schönste Freude!

Einladung zur Geburtstagsfeier der Malschule

von Linda Schmitz

Während Silvester noch nachklingt, wartet die Malschule gebannt auf kommende Woche. Dann ist nämlich Jubiläum angesagt! Der 50. Geburtstag steht an und damit verbunden sind viele Aktionen und Kreativangebote. Kinder und Erwachsene, Oberhausener und Ferngereiste sind eingeladen, zwischen Glücksschweinen und Schornsteinfegerfrauen mitzufeiern, zu singen, zu malen und Geschichten zu lauschen. Aus fünf Jahrzehnten Malschule!

Glücksschwein, Emely, 7 Jahre © Malschule Oberhausen