Mittwoch, 15. März 2017

Shoppingtour Teil 1



von Linda Schmitz

Shop – wie es uns gefällt!
Vom 12. März-18. Juni im kleinen Schloss der LUDWIGGALERIE
Dr. Christine Vogt eröffnet die Ausstellung © LUDWIGGALERIE
Kaufen, kaufen, kaufen – dieses Thema beschäftigt die Kunstwelt in allen Epochen. Und natürlich beschäftigen sich auch die Künstler des Arbeitskreises Oberhausener Künstler ebenfalls gerne mit diesem Thema, leben wir doch in der Stadt mit dem größten Konsumtempel Europas!
Die Oberhausener Künstler stellen das Thema „Einkaufen“ mit einer facettenreichen Ausstellung dar, die seit Sonntag im kleinen Schloss der LUDWIGGALERIE zu sehen ist.



Sehr sehr kleine Männchen tummeln sich unter grell lackierten Überraschungseierfigürchen und verlieren sich beinahe zwischen all den bunten Nähspulen und Nähgarnrollen. In diesem Kunstwerk von Judith Pasquale und Rosemarie Pott wird ein Phänomen anschaulich, dem wir uns alle schon mal ausgesetzt gefühlt haben: ÜBERFLUSS! Viel zu viel Auswahl! Was soll ich zuerst kaufen??
Lost in Shopping Paradise, Judith Pasquale u. Rosemarie Pott, © LUDWIGGALERIE

Es ist aber nicht nur die Sorge des Kaufens, von der wir regelmäßig geplagt werden sondern auch die Frage nach den Bedingungen unter denen die Objekte unserer Begierde hergestellt werden. Die gläsernen Schuhe aus dem Kunstwerk von Helga Hütten stehen hier nicht für Aschenputtel parat. Sie sind aus vielen scharfkantigen Glasscherben gefertigt und befinden sich unter einem von Hand gehäkelten Kleid aus Draht. Kleid und Schuhe verweisen mit dem Titel „Kinderarbeit“ auf grausame Lebensbedingungen, die unser Konsumverhalten und die Warenproduktion hinterfragen.




Kinderarbeit, Helga Hütten, © LUDWIGGALERIE
Konsum und Ware lässt sich auch leise, nahezu poetisch thematisieren, was der Blick auf den Raum der Stille von Karl Joliet erahnen lässt. Hier finden gestresste Shopper einen Ort des Rückzuges und der Besinnung nach all zu vielen bunten Eindrücken. Direkt daneben entschwebt ein illuminierter Engel gen Himmel. Diese grazile Papierarbeit von Simone Kamm setzt sich mit der Wa(h)re Weiblichkeit auseinander. 
v.l.n.r. Raum der Stille von Karl Joliet, Wa(h)re Weiblichkeit von Simone Kamm, Ladenhüter von Dorothea Schaller und Hülle und Fülle von Ulrike Kösters © LUDWIGGALERIE



Und jetzt zum Abschluss ein Tipp für alle Shoppingqueens und Konsumliebhaber: In dieser Ausstellung  darf gekauft werden! Ihr seid alle herzlich eingeladen um vor der „Bückware“ niederzuknien und die Regale zu durchstöbern.
Das Regal im XXL-Format in Bodennähe lädt Besucher zum Kunstschnäppchen ein! © LUDWIGGALERIE
Diese umfassende Gemeinschaftsarbeit erstreckt sich über die gesamte Länge der Panoramagalerie und ist an Vielfalt in Form, Farbe und Material kaum zu übertreffen. Ich habe mir schon meine eigene kleine Wundertüte von Michaela Best gesichert denn, wie das so ist mit limitierten Auflagen, alles ist nur so lange verfügbar wie der Vorrat hält!
Der Verkauf findet übrigens immer bei Aktionen in der Ausstellung statt und läuft über die Künstler persönlich.
Die Oberhausener Künstler lassen uns mit dieser Ausstellung schmunzeln, staunen, entdecken und eröffnen Diskussionsraum – in jedem Fall sehenswert! Für alle Fans digitaler Shoppingtouren: es wird ein zweiter Teil über die Ausstellung folgen.
Im übrigen bloggt ab jetzt regelmäßig: Linda :) herzliche Grüße an alle Leser!

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