Montag, 3. April 2017

Wir hatten nichts Besseres zu tun! Ein Ausstellungsrundgang mit LAAS ABENDROTH



Autorin: Linda Schmitz


Wenn man dem Mülheimer Künstler Laas Abendroth eine Email über seine offizielle Homepage schreibt, dann steht in der Betreffzeile automatisch „Ich habe nichts Besseres zu tun“. Und genau diese Form des Humors ist es, die den Teilnehmerinnen von Schüler führen Schüler so gefällt. (Zur Beschreibung des Projekts "Schüler führen Schüler siehe Blogeintrag vom 27.3.2017)
Die Kunst von Laas Abendroth ist schwer in Worte zu fassen – findet er doch schon selbst die besten Worte innerhalb seiner Kunstwerke. Im gemeinsamen Rundgang mit ihm durch die Ausstellung Let’s buy it! ermöglichen seine Aussagen auch viel Gesprächsraum für uns Betrachter.



Laas Abendroth und die Teilnehmerinnen von "Schüler führen Schüler" beim gemeinsamen Rundgang durch die Ausstellung "Let's buy it" © LUDWIGGALERIE
Sie können auch mal was tun für mein Geld von Laas Abendroth © Laas Abendroth
Immer wieder trifft man in Abendroths Oeuvre auf Leinwände, Keilrahmenfragmente und Leinwandbausätze. Das in der Ausstellung eingangs präsentierte Werk „Sie können auch mal was tun für mein Geld“ ist genau so ein Bausatz. „Mich hat das von Anfang an an Ikea erinnert“, meint Ina. Laas nimmt dieses Werk zum Anlass um seine Herangehensweise zu erklären. Er setzt seine Leinwände immer selbst zusammen und bespannt sie danach. „Das hat für mich sowas beruhigendes. Ich mache das mittlerweile quasi automatisch und man muss nicht so viel darüber nachdenken und wenn man damit fertig ist hat man schon was in der Hand. Es ist also ein guter Start in den Arbeitsprozess.“

Laas Abendroth und die Teilnehmerinnen von Schüler führen Schüler im Gespräch über "den Feuerlöscher" © LUDWIGGALERIE
„Bitte im Brandfall nicht auf meine  Bilder richten! Danke, Laas“ steht auf einem weißen Zettel, der auf einen Feuerlöscher geklebt wurde. Der Feuerlöscher gehört im übrigen gar nicht Laas, sondern der LUDWIGGALERIE J „Manchmal wird der Feuerlöscher falsch verstanden. Denn eigentlich ist das unter Künstlern so, verbrannt ist wie verkauft. Wenn etwas verbrennt zahlt ja die Versicherung. Also eigentlich gut für einen Künstler. Aber ich mag meine Sachen! Sie sollen nicht verbrennen! Trotzdem muss Kunst wieder weniger werden (zeigt auf sein Kunstwerk Kunst muss wieder weniger werden) also vor allem meine Kunst, aber natürlich durch Verkauf J
Dieses Kunstwerk gehört zu den Lieblingsobjekten der Teilnehmerinnen von Schüler führen Schüler © Laas Abendroth
„Der Feuerlöscher ist unser Liebling“, sagt Iliana. „Wir kamen bei unserem ersten Besuch in die zweite Etage und da stand dieser Feuerlöscher – ich hab nur draufgeguckt und wusste sofort: Das ist von Laas!“ Die Schülerin beschreibt das Phänomen sehr treffend. Laas Abendroths Aussagen haben einen enormen Wiedererkennungswert und bleiben dabei doch unvorhersehbar. Und sie ziehen sich tatsächlich durch die gesamte Ausstellung! Sein Werk Geld auf Leinwand befindet sich daher, sehr treffend, neben dem millionenschweren Gemälde Mutter und Tochter von Gerhard Richter.
Abschluss des gemeinsamen Rundgangs vor "Das lasse ich mir von einem Kurator nicht denken" © LUDWIGGALERIE



Zunächst bleiben wir aber vor einer anderen Arbeit stehen Das lasse ich mir von einem Kurator nicht denken. Laas berichtet von dem Phänomen der Überinterpretation. So mancher Künstler hat wohl schon erlebt, dass Kunsthistoriker sich mit den Deutungen überschlagen. Aber das ist ja auch das Schöne an der Kunst – sie eröffnet Raum zum Denken. Was richtig und was falsch oder was gar Intention ist, kann und muss dabei auch nicht unbedingt ausfindig gemacht werden. Sophie verweist auf eine Frage, die wir wohl alle schon einmal vom Lehrer gehört haben „Und was hat sich der Künstler dabei gedacht?“. Gut dass wir Laas dabei haben, dann können wir den Künstler mal persönlich fragen!


Liebe Grüße an alle Leser und bis bald,


Linda