Donnerstag, 18. Mai 2017

Gesucht und gefunden! Über das Unerwartete im Ausstellungsumbau – FINDING THE UNEXPECTED. SAM SHAW. 60 JAHRE FOTOGRAFIE eröffnet am 21. Mai

Autorin: Natascha Kurek

Endlich sind die Fotografien von Sam Shaw eingetroffen. Seit fast zwei Jahren reist die Ausstellungstournee der Shaw Family Archives nun schon durch die Welt: Gestartet in New York, war die erste Adresse das Cultural Center Cascais in Lissabon (Sep. – Nov. 2015). Nach einer Werkschau in Prag (Okt. 2016 – Jan. 2017) ging es direkt weiter ins Filmmuseum Potsdam (Feb. – Mai 2017).


Lieferung aus Potsdam


Kuratorin Nina Dunkmann nimmt die Lieferung aus Potsdam stolz in Empfang. Sam Shaw – der Mann mit der Kamera, stets auf der Suche nach dem Unerwarteten, wie er selbst immer zu sagen pflegte: „Ich persönlich suche, um zu finden. Das Unerwartete zu finden, an der nächsten Ecke, zu sehen, was passiert, ist für mich ein visuelles Abenteuer“. Als ob auch diese Tournee ein Abenteuer für den Fotografen wäre, scheint er seine Linse aus den Bildgrenzen heraus, auf die LUDWIGGALERIE zu richten.


Auf Rosen gebettet im Auto von
Philipp Valenta
Zusammen mit Sam Shaw begeben wir uns auf die Suche nach dem Unerwarteten – das Unerwartete im Ausstellungsumbau: Zunächst einmal muss Platz geschaffen werden; immerhin warten überall noch die Kunstwerke der LET’S BUY IT!-Ausstellung auf ihren Abtransport. Ein Kommen und Gehen steht an der Tagesordnung. Transportunternehmen, Leihgeber und Künstler trudeln fröhlich ein, um ihre Exponate wieder abzuholen.

So zum Beispiel auch Philipp Valenta, der sein Werk Auf Rosen gebettet (2014) persönlich abbaute. Es handelte sich hierbei um eine Installation, bestehend aus einigen Kissen; allerdings aus dem gleichen Stoff, wie die Geldsäcke der Deutschen Nationalbank. Einladend, fast schon provokant, waren diese kissenförmigen Geldsäcke während der Ausstellung auf dem Fußboden drapiert. Welcher Besucher wird bei diesem Anblick nicht dazu verleitet, sich genüsslich, wie Auf Rosen gebettet, in den Kissenberg zu werfen? Während die Museumsaufsichten 12 Wochen lang darum bangten, dass sich bloß kein Besucher auf die Kunstobjekte legt, kommt Philipp Valenta beim Ausstellungsabbau daher, klemmt sich die Kissen ganz lässig unter’n Arm, um sie anschließend im handwerklichen Pragmatismus einfach auf die Rückbank seines Autos zu packen. Sehr sympathisch und zudem: Der wohl ‚unkomplizierteste‘ Abbau in der Geschichte der LUDWIGGALERIE!

Ein wenig anders verhält es sich mit den restlichen Umbauarbeiten. Alle helfen mit! Es wird geschleppt, gestrichen, in den Tiefen überdimensional großer Boxen gewühlt und sogar die Fenster werden für die feierliche Ausstellungseröffnung am Samstag, den 20. Mai  blitzeblank geputzt.


Volontärin Linda Schmitz in vollem Körpereinsatz


Für die Vernissage am Samstag soll alles glänzen



Praktikantin Simone Rankl scheute sich vor keiner Arbeit

An solchen Tagen hilft nur Kaffee, Kaffee... und Kaffee! Und falls doch alle Stricke reißen, war auch für originale Campbell´s Dosensuppe gesorgt - ganz im Stil von Warhol





Bürostuhl des Oberbürgermeisters Daniel Schranz steht bereit zum
Rücktransport in das Oberhausener Rathaus 


Gerne erinnern wir uns zurück an die Performance von Künstlerin Christin Lahr, die dem Oberbürgermeister Daniel Schranz seinen Bürostuhl im Rathaus entwendete. Im Rahmen der Ausstellung LET’S BUY IT! war das Diebesgut in ihrer Installation Suche Kapital als unmittelbarer Ausdruck von Macht integriert. Nun wird der Bürostuhl wieder, wie versprochen, zurück ins Oberhausener Rathaus gebracht.
 
In den angelieferten Artcases der Shaw Family Archives verstecken sich die Fotografien von Sam Shaw  


Volontärin Linda Schmitz packt die Fotografien aus den Artcases, "und wohin kommt dieses Werk?"
Langsam leeren sich die Ausstellungsräume der LUDWIGGALERIE. Es wird Zeit, die angelieferten Artcases der Shaw Family Archives auszupacken. Direktorin Dr. Christine Vogt und Volontärin Linda Schmitz holen behutsam die Fotografien aus den Boxen. „Und wohin kommt dieses Werk?“ – DAS weiß nur Kuratorin Nina Dunkmann! Ein Blick auf den Raumlageplan und hopphopp weiter mit dem nächsten Bild, bitte – immerhin sind es insgesamt noch 230 gerahmte Fotografien, die allesamt ausgepackt, sortiert, gesäubert, gehangen und beschildert werden müssen.


Kuratorin Nina Dunkmann weiß Becheid

Als kleiner Vorgeschmack für euch: Exklusive Einblicke in die geheimen Kuratoren-Unterlagen:


Kuratorische Pläne zur Ausstellung
Finding the Unexpected. SAM SHAW. 60 Jahre Fotografie



Wie die Ausstellung Finding the Unexpected. SAM SHAW. 60 Jahre Fotografie letztlich aussehen wird, könnt ihr in dem Zeitraum  21.5.-17.9.2017 am besten selber herausfinden. Wir freuen uns auf euren Besuch!