Mittwoch, 20. September 2017

„MORDILLO – The Very Optimistic Pessimist“

Der Ausstellungsumbau im Großen Schloss der LUDWIGGALERIE ist in vollem Gange!

Ausstellungsaufbau, MORDILLO – The Very Optimistic Pessimist, 2017 © LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen

Autorin: Natascha Kurek
Noch ein letzter Blick auf die schönen Fotografien von Sam Shaw – dann werden die 230 Exponate wieder zurück in die Artcases eingepackt. Die 17 Wochen der Ausstellung „Finding the Unexpected. SAM SHAW. 60 Jahre Fotografie“ sind wie im Fluge vorbeigezogen. Insgesamt waren es 11.835 Besucher, die sich an der Fotografieschau in der LUDWIGGALERIE erfreuten. Für die Ausstellungstournee der Shaw Family Archives geht es nun weiter nach Odense in Dänemark.


Ausstellungsaufbau, MORDILLO – The Very Optimistic Pessimist, 2017 © LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen
Langsam leeren sich die Räume im Großen Schloss. Längst aber sind die Leihgaben aus Monaco in Oberhausen eingetroffen, sodass der Aufbau der Ausstellung „MORDILLO – The Very Optimistic Pessimist“ endlich beginnen kann!

Ausstellungsaufbau, MORDILLO – The Very Optimistic Pessimist, 2017 © LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen
Zunächst einmal müssen die Wände vorbereitet werden. In der Zwischenzeit rahmt man im Werkstattkeller der LUDWIGGALERIE noch einige letzte Exponate ein – wenn das Passepartout sitzt, geht es ab nach oben in die Ausstellungsräume.   

Ausstellungsaufbau, MORDILLO – The Very Optimistic Pessimist, 2017 © LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen

Wow, das sind aber eine Menge Bilder! Um genauer zu sein, sind es über 150 Originale, die der argentinische Comiczeichner Guillermo Mordillo der LUDWIGGALERIE zur Verfügung gestellt hat. Neben einigen Schwarz-Weiß-Zeichnungen seiner frühen Schaffensphase, sind es größtenteils aktuelle bunte Bildwelten, die bis zum 7. Januar 2018 im Schloss Oberhausen zu sehen sind.

Ausstellungsaufbau, MORDILLO – The Very Optimistic Pessimist, 2017 © LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen

Seine letzte große Werkschau fand 2015 in Österreich im Karikaturmuseum Krems statt. In Deutschland hingegen ist eine vergleichbare Mordillo-Ausstellung schon 25 Jahre her. Damals zeigte das Altonaer Museum in Hamburg eine umfassende Auswahl seiner Originale. Mit der Retrospektive „MORDILLO – The Very Optimistic Pessimist“ ist es dieses Mal die LUDWIGGALERIE, die sein künstlerisches Schaffen anlässlich seines 85. Geburtstags würdigt. 

Linda Schmitz, die Kuratorin der Ausstellung, hadert noch mit der Reihenfolge der Hängung. Kein Wunder bei all den Werkinformationen, die man beachten muss, wie zum Beispiel: Entstehungsdatum und Entstehungsort – man bedenke, dass Mordillo ein Weltbürger ist! Buenos Aires, Lima, New York, Paris und Monaco sind als die wohl wichtigsten Stationen seiner Biografie hervorzuheben.


Ausstellungsaufbau, MORDILLO – The Very Optimistic Pessimist, 2017 © LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen
Mit 13 Jahren zeichnet er seinen ersten Cartoon. Die humoristischen Zeichnungen aus seiner Zeit als Werbegrafiker und Illustrator zeugen von einem frühen Talent und der Fähigkeit zur visuellen Kommunikation. Vielfältige Motive und Themen finden sich in seinen Zeichnungen. Dschungel, einsame Insel Piratenschiff und Großstadt zählen zu seinen Lieblingskulissen. Von witzig, verspielt, süß, ernsthaft bis hin zu gesellschaftskritisch oder gar politisch – Mordillo, der optimitische Pessimist, wie es im Ausstellungstitel heißt, ist ein wacher Zeitgenosse und lässt so gut wie kein Thema unberührt; erstaunlicherweise ohne dabei je ein Wort zu verlieren!  


Um Geschichten zu erzählen, braucht er keine Sprache – nur Bilder. Manchmal eines, manchmal bis zu vier Bilder und das immer nur auf einer Seite. Meistens arbeitet er im Maß 30 x 40 (Querformat) oder 40 x 30 (Hochformat). Neben Maß und Format ist natürlich auch die Farbigkeit der einzelnen Bilder entscheidend für das kuratorische Konzept einer Ausstellung.   

Ausstellungsaufbau, MORDILLO – The Very Optimistic Pessimist, 2017 © LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen
Will man gewisse Aspekte gezielt hervorheben, kommt es eben auf die Kombination der Werke an. Mit welchem beginnt man am besten an einer Wand? Soll es eher um formal-ästhetische Kriterien gehen oder möchte man als Kurator eher ein inhaltliches Thema behandeln?  

Ein Blick in die Raumpläne, die Kuratorin Linda Schmitz schon lange Zeit vorher erstellt hat, kann da sehr hilfreich sein. Oftmals reicht das allerdings nicht aus, weil das Original in der betreffenden Räumlichkeit ganz anders wirken kann, als zunächst angenommen. 
Ausstellungsaufbau, MORDILLO – The Very Optimistic Pessimist, 2017 © LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen

In solchen Fällen hilft es, sich mit dem Team der LUDWIGGALERIE zu beratschlagen. Nach einigem Hin und Her, steht die Reihenfolge der Bilderhängung endgültig fest! 
Ausstellungsaufbau, MORDILLO – The Very Optimistic Pessimist, 2017 © LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen
Im zweiten Obergeschoss des Großen Schlosses werden dann die ersten Bilder an die Wand angebracht. Nur mit wahrem Teamwork kann der Aufbau einer so großen Ausstellung gelingen! Da reicht kein Augenmaß. Alles wird gründlich nachgemessen. Immerhin handelt es sich um die Werkschau eines international tätigen und mit zahlreichen Preisen ausgezeichneten Künstlers!
Ausstellungsaufbau, MORDILLO – The Very Optimistic Pessimist, 2017 © LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen
Ohje, nur ein Bruchteil der Bilder, die noch sortiert und gehangen werden müssen! Puh, da liegt aber noch ein Haufen Arbeit vor uns! Auf auf, weiter geht’s, denn die Ausstellung „MORDILLO – The Very Optimistic Pessimist“ wird ja schon kommenden Samstag, den 23. September 2017 eröffnet!
Ausstellungsaufbau, MORDILLO – The Very Optimistic Pessimist, 2017 © LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen

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