Montag, 19. März 2018

Andy Warhol‘s Factory in Oberhausen

Grace Jones and Andy Warhol, Studio 54, New York, 1978 © Ron Galella, Ltd.; © 2017 LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen
Wenn man die aktuelle Ausstellung SHOOT! SHOOT! SHOOT! in der LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen besucht, durchschreitet man zunächst einen silbernen Raum. Wir betreten die Sphäre von Andy Warhol‘s Silver Factory – ein mit Alufolie tapeziertes Loft in New York, das Ende der 1960er von den Factory-Mitgliedern als Atelier, Filmstudio, Konzerthalle oder Literaturhaus genutzt wird.

Ausstellungsansicht SHOOT! SHOOT! SHOOT!, 2018 © LUDWIGGALERIE, Axel J. Scherer
Das Experimentieren mit alternativen Kunst- und Lebensformen ist hier an der Tagesordnung. Neben der kreativen Entfaltung in der Factory dient auch das nächtliche Party-Leben als wichtige Begegnungsfläche. So trifft man sich außerhalb der Factory noch im Studio 54 oder im Halston House zum ausgelassenen Feiern. Ein Sehen und Gesehen-Werden.
Ausstellungsansicht SHOOT! SHOOT! SHOOT!, 2018 © LUDWIGGALERIE, Axel J. Scherer
Das Posieren vor der Kamera gleicht einem performativen Akt. Mit dem ‚Party-Schnappschuss‘ wird die Fotografie zu einem wichtigen Bestandteil des Party-Geschehens. Die Nicola Erni Collection versammelt in der Ausstellung SHOOT! SHOOT! SHOOT! ca. 200 Fotografien, die exklusive Einblicke in den Life-Style der Künstler- und Promiszene liefern. Nahezu spürbar ist die pulsierende Atmosphäre der damaligen Zeit.
Ausstellungsansicht SHOOT! SHOOT! SHOOT!, 2018 © LUDWIGGALERIE, Axel J. Scherer
Das Jet-Set-Leben vereint prominente Gesichter der 60er und 70er Jahre aus den unterschiedlichen Metropolen der Welt. Allein im ersten Ausstellungsraum der LUDWIGGALERIE begegnen uns Weltstars, wie Frank Sinatra, Bianca und Mick Jagger, Bob Dylan, Elton John, Arnold Schwarzenegger, Jerry Hall, Truman Capote, Liza Minnelli, Grace Jones, David Bailey oder Edie Sedgwick.
Ausstellungsansicht SHOOT! SHOOT! SHOOT!, 2018 © LUDWIGGALERIE, Axel J. Scherer
Auffallend häufig erscheint Andy Warhol auf den Fotografien, die von namenhaften Fotografen, wie Richard Avedon oder Helmut Newton stammen. Andy Warhol beim  Erstellen seiner Siebdrucke. Andy Warhol beim ausgelassenen Feiern mit seinem Superstar Edie Sedgwick. Andy Warhol im Bett mit David Bailey.
Ausstellungsansicht SHOOT! SHOOT! SHOOT!, 2018 © LUDWIGGALERIE, Axel J. Scherer
Als Begründer und vielseitig agierender Protagonist der Factory wird Andy Warhol zu einem wichtigen Dreh- und Angelpunkt der New Yorker Szene. Neben seiner Tätigkeit als Künstler und Fotograf, ist er zudem auch als Manager seiner Band The Velvet Underground sowie als Film-Regisseur aktiv.
Ausstellungsansicht SHOOT! SHOOT! SHOOT!, 2018 © LUDWIGGALERIE, Axel J. Scherer
Eine Position, die ihm eines Tages zum Verhängnis wird: Am 3. Juni 1968 wird Andy Warhol Opfer eines Attentats. Die geistig verwirrte Valerie Solanas – ein ehemaliges Factory-Mitglied – wirft Warhol vor, ihr ein Drehbuch gestohlen zu haben. Vor den Räumen der Factory lauert sie ihm auf und schießt dreimal auf ihn. Warhol wird lebensgefährlich verletzt und ist längere Zeit im Krankenhaus.
Ausstellungsansicht SHOOT! SHOOT! SHOOT!, 2018 © LUDWIGGALERIE, Axel J. Scherer
Doch auch dieses Ereignis vermarktet Warhol medienwirksam: Die großformatige Aufnahme von Richard Avedon zeigt Andy Warhol‘s nackten Oberkörper, der durch die Einschusslöcher stark vernarbt ist. Diese sowie weitere Fotografien, rund um die skurrilen Geschehnisse und Persönlichkeiten der Factory, sind noch bis zum 27. Mai 2018 in der LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen zu sehen.
Ausstellungsansicht SHOOT! SHOOT! SHOOT!, 2018 © LUDWIGGALERIE, Axel J. Scherer
Autorin: Natascha Kurek 

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